Die Featured Section ist einer der meistunterschätzten Bereiche auf LinkedIn. Sie erscheint direkt unterhalb der Zusammenfassung – also genau dort, wo Profilbesucher noch aufmerksam sind. Trotzdem bleibt dieser Platz bei den meisten Selbstständigen und Geschäftsführern entweder leer oder wird mit beliebigen Inhalten befüllt. Beides kostet Chancen.
Was die Featured Section ist – und was sie leisten kann
Die Featured Section erlaubt es Ihnen, ausgewählte Inhalte prominent auf Ihrem Profil zu platzieren: eigene Beiträge, Artikel, externe Links, Dokumente oder Medien. LinkedIn zeigt diese Inhalte als visuelle Kacheln an, die deutlich mehr Aufmerksamkeit erzeugen als reiner Text.
Für Selbstständige und Geschäftsführer, die über LinkedIn Neukunden gewinnen wollen, ist das ein strategischer Vorteil: Sie bestimmen selbst, was ein potenzieller Kunde als Erstes von Ihnen sieht – noch bevor er Ihren Werdegang liest.
Was dort nicht hingehört
Ein häufiger Fehler: Die Featured Section wird als persönliches Archiv genutzt. Ältere Fachartikel, ein LinkedIn-Post mit vielen Likes, ein Podcast-Auftritt von vor zwei Jahren – das klingt plausibel, bringt aber wenig, wenn der Inhalt keinen konkreten Bezug zu Ihrer aktuellen Positionierung hat.
Auch rein imageorientierte Inhalte ohne klaren Nutzen für den Besucher verfehlen das Ziel. Ein Pressebericht über Ihr Unternehmen wirkt zwar seriös, beantwortet aber nicht die Frage, die sich jeder Profilbesucher stellt: Was bringt mir das?
Die drei sinnvollsten Inhaltstypen
1. Ein konkretes Angebot oder eine Leistungsseite
Wenn Sie eine klar definierte Dienstleistung anbieten, gehört ein direkter Link zu dieser Seite in die Featured Section. Kein Umweg über die Startseite, kein allgemeines „Über uns“. Der Besucher soll in einem Klick verstehen, womit Sie ihm helfen können.
2. Ein Lead-Magnet oder Freebie
Ein kostenloser Mehrwert – eine Checkliste, ein kurzes E-Book, ein Mini-Kurs – funktioniert hier besonders gut. Der Besucher bekommt etwas Nützliches, Sie erhalten im Gegenzug eine E-Mail-Adresse und verlassen damit den LinkedIn-Kosmos. Das ist wichtig: LinkedIn-Kontakte allein sind kein stabiles Asset, eine eigene Liste schon.
3. Ein aussagekräftiger Fallstudie oder Referenzbeitrag
Wenn Sie kein Angebot verlinken wollen oder Ihre Zielgruppe eher skeptisch auf direkte Verkaufsangebote reagiert, eignet sich ein konkreter Fallstudien-Beitrag. Kein allgemeines Testimonial, sondern ein Artikel oder Beitrag, der zeigt: Ausgangssituation, Vorgehen, Ergebnis. Das baut Vertrauen auf, ohne aufdringlich zu wirken.
Praktische Empfehlungen für die Umsetzung
- Maximal drei Einträge. Mehr verwässert die Wirkung. Wählen Sie die drei Inhalte, die Ihre Positionierung am klarsten auf den Punkt bringen.
- Das Vorschaubild entscheidet. LinkedIn generiert automatisch ein Vorschaubild aus dem verlinkten Inhalt. Prüfen Sie, wie es aussieht – ein unscharfes oder nichtssagendes Bild senkt die Klickrate erheblich. Laden Sie bei Bedarf ein eigenes Bild hoch.
- Titel und Beschreibung aktiv befüllen. LinkedIn lässt Sie beides manuell anpassen. Nutzen Sie diese Felder. Der Titel sollte den Nutzen benennen, nicht den Inhaltstyp. Nicht: „Mein Fachartikel über X“, sondern: „Wie Sie X in drei Schritten erreichen“.
- Regelmäßig aktualisieren. Die Featured Section ist kein einmaliges Projekt. Wenn sich Ihr Angebot ändert oder ein Inhalt nicht mehr relevant ist, tauschen Sie ihn aus. Veraltete Inhalte schaden der Glaubwürdigkeit.
- Keine internen LinkedIn-Posts als erste Wahl. Posts verschwinden im Feed, wirken in der Featured Section oft kontextlos und führen selten zu einer konkreten Handlung. Externe Links mit klarer Zielseite sind fast immer die bessere Option.
Wie Sie die Featured Section strategisch einbinden
Die Featured Section funktioniert nicht isoliert. Sie ist Teil einer Profillogik: Der Besucher liest Ihre Überschrift, versteht grob, womit Sie sich beschäftigen, liest die Zusammenfassung – und landet dann in der Featured Section. An diesem Punkt muss der nächste Schritt klar sein.
Wenn Ihre Zusammenfassung auf ein konkretes Problem eingeht, das Sie lösen, sollte die Featured Section genau dazu einen Einstieg bieten – entweder durch ein passendes Angebot oder durch weiterführenden Inhalt, der das Thema vertieft. Brüche in dieser Logik kosten Klicks.
Fazit
Die Featured Section ist kein Beiwerk. Wer sie gezielt einsetzt, hat einen messbaren Vorteil: mehr Klicks auf relevante Inhalte, mehr Anfragen, mehr Möglichkeiten, Profilbesucher in konkrete Gespräche zu überführen. Der Aufwand für eine saubere Einrichtung ist überschaubar – die meisten Selbstständigen und Geschäftsführer unterschätzen schlicht, wie viele qualifizierte Profilbesuche täglich ungenutzt bleiben.
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