„Sehr geehrte Damen und Herren“ ist auf LinkedIn fehl am Platz. Zu formell, zu distanziert, zu 1990. Aber „Hey Du“ ist oft zu lässig. Die richtige Anrede auf LinkedIn ist eine Kunst — und sie entscheidet maßgeblich darüber, ob Ihre Nachricht gelesen wird oder nicht.
Die goldene Mitte finden
LinkedIn ist eine professionelle Plattform mit persönlichem Charakter. Die meisten Nutzer duzen sich — besonders in der DACH-Region ist das inzwischen weit verbreitet. Trotzdem gibt es Ausnahmen: ältere Kontakte, konservative Branchen, hochrangige Führungspositionen.
Meine Faustregel: Wenn die Person in ihrer eigenen Kommunikation duzt, duze ich auch. Wenn ihr Profil sehr formal ist, sieze ich. Im Zweifel sieze ich — das lässt sich leichter korrigieren als eine ungewollte Vertraulichkeit.
Den Namen richtig verwenden
Immer den Vornamen verwenden — nicht „Frau Müller“ (zu formal) und nicht „Hey“ ohne Namen (zu unpersönlich). „Hallo Maria,“ oder „Guten Morgen, Thomas,“ trifft den richtigen Ton für die meisten LinkedIn-Nachrichten.
Überprüfen Sie den Namen im Profil. Wer „Alexander“ im Profil steht hat, möchte vielleicht nicht „Alex“ genannt werden — und umgekehrt. Nehmen Sie den Namen, den die Person selbst angibt.
Warum die Anrede die Leserate beeinflusst
Nachrichten, die mit dem eigenen Namen beginnen, werden nachweislich häufiger gelesen. Das Gehirn reagiert auf den eigenen Namen besonders stark — ein Effekt, der als „Cocktailparty-Effekt“ bekannt ist. Die richtige Anrede kostet nichts und bringt messbar mehr Reaktionen.
Nach der Annahme: Der erste Satz nach der Vernetzung
Nach einer angenommenen Kontaktanfrage ist die erste Nachricht entscheidend. Beginnen Sie nicht mit „Ich biete…“ oder „Ich wollte Ihnen gerne zeigen…“. Beginnen Sie mit einer echten Frage oder einem Bezug auf die Person — dann entsteht ein Gespräch. Und aus Gesprächen entstehen Kunden.
Ihr LinkedIn-Profil hat noch ungenutztes Potenzial?
Seit 2019 unterstütze ich Selbstständige und Geschäftsführer dabei, über LinkedIn qualifizierte Neukunden zu gewinnen — ohne Kaltakquise.
